Schreibaby – Was können Eltern tun, wenn das Neugeborene schreit?

Schreibabys – Alle Informationen, Tipps und Hilfen für Eltern, sowie mögliche Ursachen und Gründe für das anhaltende Schreien der Babys finden Sie hier!

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Schreibaby - Neugeborenes schreit

Schreibaby | bigstock.at, ID: 6334549

Jedes Baby schreit und weint. Das ist schließlich ganz natürlich. Sie nutzen dies, um auf sich aufmerksam zu machen, ebenso wie sich mitzuteilen. Häufig wird so signalisiert, dass sie Hunger haben. Auch Schmerzen können der Grund für das Schreien sein. Allerdings gibt es auch Babys, die übermäßig viel schreien. Die Eltern sind meistens verunsichert, da kein offensichtlicher Grund dafür vorliegt.

Solche Babys werden auch als „Schreibabys“ bezeichnet. Die ersten Monate sind dann sehr anstrengend. Wenig Schlaf und eine immer größer werdendeVerzweiflung sind an der Tagesordnung. Dieser Zustand ist jedoch nicht von Dauer und auch Hilfe kann in Anspruch genommen werden.

Das Leben mit einem Schreibaby

Schreibaby - Neugeborenes schreit
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Eltern mit einem Schreibaby mag dies bekannt vorkommen. Das Kind schreit etwa seit der vierten Lebenswoche fast unaufhörlich. Wenn es ausnahmsweise nicht schreit, quengelt es. Meistens wird so ziemlich alles erdenkliche versucht, um das Schreien zu stoppen. Lange Spaziergänge im Freien oder das Vorsingen von Kinderliedern sind hier die Klassiker. Normale Babys lassen sich dadurch schließlich ganz gut beruhigen. Bei einem Schreibaby wird es allerdings schwieriger. Wenn selbst Babymassagen keine Wirkung zeigen, sind die Eltern häufig mit ihrem Latein am Ende.

Wenn die einzige ruhige Zeit diese ist, in welcher das Baby schläft, zehrt das immens an den Nerven. Zudem machen sich die Eltern natürlich Sorgen, dass das Kind Schmerzen haben könnte und sich versucht mit zu teilen. Somit liegen die Nerven nicht nur wegen dem Schreien, sondern auch aus purer Angst blank.

Was tun gegen das Schreien des Babys?

Eltern mit diesem Problem sollten sich Unterstützung suchen. Denn diese gibt es mittlerweile in jedem Bundesland. Sowohl Beratungsgruppen, wie auch so genannte Schreiambulanzen helfen den Eltern bei diesem Problem. Hier wird außerdem Verständnis gezeigt, dass dieser Zustand immens an den Nerven der Eltern zehrt.

Ursache für anhaltendes Schreien

Die Ursachen für das lange andauerende und laute Schreien von Babys können vielfältig sein.

Koliken können die Ursache für das Schreien sein

Die Schreianfälle der Babys können allerdings auch von schmerzhaften Koliken komme. Diese treten besonders häufig innerhalb der ersten drei Monate auf. Das liegt daran, dass der Magen Darm Trakt noch nicht voll funktionsfähig ist. Dadurch entstehen Blähungen.

Dabei handelt es sich allerdings um kurzzeitige Anfälle. Sobald die Luft auf natürlichem Weg entweichen konnte, geht es den Kleinen schließlich schon deutlich besser.

Die Regulationsstörungen als Grund für das Schreien

Wenn das Schreien dauerhaft ist, können auch die so genannten „Regulationsstörungen“ der Grund dafür sein. Das Kind leidet dann unter den vielen neuen Eindrücken und ist damit schlichtweg überfordert. Schon Temperaturschwankungen oder zu starke Luftzüge können das Kind stark verunsichern. Die Folge davon ist das laute Schreien. Ebenso wirken die visuellen Reize wie sehr helles Licht oder grelle Farben.

Selbst bei starker Übermüdung kommt es dann zu dem langen Schreien.

Auch ein hoher Stressfaktor kann Schuld sein. Frisch gebackene Eltern sind eigentlich dauerhaft gestresst. Besonders bei dem ersten Kind herrscht eine hohe Verunsicherung. Ständig besteht die Angst, dass Fehler begangen werden könnten, die im schlimmste Fall verheerende Auswringen haben könnten.

Wenn das Baby ständig schreit, leiden die Nerven noch mehr. Die Eltern entwickeln das Gefühl, dass sie etwas falsch machen. Auch die Sorge, dem Ganzen nicht gewachsen zu sein, entsteht schnell.

Wenn jede Bemühung, das Kind glücklich zu machen, scheitert ist die Frustration schnell sehr groß. Dadurch entsteht zusätzlicher Stress, den das Baby wahrnimmt. Das Schreien verstärkt sich. Es handelt sich somit um einen echten Teufelskreis.

Wichtig für Eltern: Nicht die Nerven verlieren!

Das Ausmaß der Überforderung nachzuvollziehen, gelingt meist nur den Eltern mit einem ähnlichen Problem. Deshalb kann es sinnvoll sein, sich mit solchen in Kontakt zu setzen. Außerdem sollte versucht werden, Unterstützung von der Familie zu bekommen. Vollkommen übermüdete Eltern verschlimmern das Schreiproblem häufig noch. Vielleicht findet sich in der Familie jemand, der wenigstens für eine oder zwei Stunden das Baby übernehmen kann, während die Eltern versuchen sich zu erholen.

Auf gar keinen Fall darf es jedoch zu Misshandlungen kommen. Denn leider werden Schreibabys relativ häufig genau das. Wenn die Eltern einfach nicht mehr können, kommt es dazu dass das Baby geschüttelt wird. Dadurch entstehen schlimme Schäden. Eine lebenslange Behinderung kann die Folge sein. Auch der Tod kann eintreten.

Wenn die Eltern also merken, dass sie in diesem Moment am Ende ihrer Kräfte angekommen sind, müssen sie sich schnellstmöglich Unterstützung holen. Es ist auch keine Schande, sich selbst diese Überforderung einzugestehen.

Der Verlauf des Schreiens

Für die Eltern fühlt es sich teilweise wie eine Ewigkeit an, bis das Schrein endlich besser wird. Das Kind schreit dann seltener und lässt sich schneller beruhigen. Aus Schreibabys müssen auch keine übermäßig anstrengenden Kleinkinder werden. Es handelt sich mehr um eine Phase.

Außerdem sollten sich die Eltern in Erinnerung rufen, dass wenn sie diese Schreiphase überstanden haben, sie auch mit den nächsten Phasen zurecht kommen werden. Es wird mit der Zeit besser.

Meistens sind die Schreibabys in den ersten Monaten nach ihrer Geburt besonders aktiv. Das Schreien dauert pro Tag bis zu vier Stunden oder länger an. Meistens hat das Schreien in der sechsten Woche seinen Höhepunkt erreicht. Danach wird das Baby allerdings ruhiger. Das liegt daran, dass es einen Entwicklungsschub erfahren hat. Das Nervensystem reift und die Regulationsfähigkeit des Babys verbessert sich.

Die Schreiambulanzen bieten Hilfe!

In Schreiambulanzen finden Eltern, die ein Schreibaby haben Hilfe. Zunächst wird hier untersucht, ob das Baby vielleicht doch aus einem bestimmten Grund schreit. Ihm könnte schließlich körperlich auch etwas fehlen. Einem Schreibaby ist das allerdings nicht der Fall.

Die Eltern plagt häufig die Sorge, dass sie „etwas falsch machen“ und der Säugling versucht ihnen das mitzuteilen. In der Schreiambulanz können sie sich ansprechen und finden Unterstützung. Hier darf sich der Kummer und auch die Frustration von der Seele geredet werden, ohne gleich Angst davor haben zu müssen, als schlechte Eltern gesehen zu werden.

Die Eltern führen die nächsten Tage ein so genanntes Schreiprotokoll. In diesem wird festgehalten, wann und wie lange das Baby schreit. Dadurch können die Stressfaktoren ermittelt werden, welche das Schreien verursachen. Auch Tipps zur Beruhigung werden hier vermittelt.

Alle Anlaufstellen für Eltern mit Schreibabys in Österreich und professionelle Hilfe finden Sie hier!